Auszug aus der Festschrift der Gemeinde Kohfidisch anlässlich der Markterhebung und Wappenverleihung am 9. Mai 1982

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

DIE MORPHOLOGISCHEN UND GEOLOGISCHEN VERHÄLTNISSE

 

 

Die morphologische und geologische Gestaltung der Fidischer Landschaft reicht weit in die Urzeit unseres Planeten zurück. Zahlreiche dramatische Veränderungen hat es in der Folge gegeben. Sie wurden aber nicht von gestern auf heute vollzogen, sondern dauerten mehrere Millionen Jahre. Auf jeden Fall sind in dem Höhenzug, der von Burg – Eisenberg bis zum Fidischer Hohensteinmaißberg verläuft, geologische Formationen enthalten, die bis in das Erdaltertum reichen. Es sind dies Schiefer und auch Kalke, die aus dem Paläozoikum stammen. Meere umspülten diese Festlandinseln. Aber auch das Erdmittelalter brachte reichliche Veränderungen, vor allem im Zuge der Bildung der Alpen. Das Meer wurde weitgehend zurückgedrängt und dann brach vor rund 50 Millionen Jahren das Känozoikum, die Erdneuzeit, an. Nach der mächtigen Gebirgsbildung der Alpen trat eine allmähliche Stabilisierung ein. Im Abschnitt des Pliozäns waren in den Beckenlandschaften nur mehr Brackseen vorhanden, die von den Flüssen gespeist, letztlich nur mehr Süßwasser aufwiesen. Und dieses, vereint mit einem sehr warmen Klima, forderten die Entwicklung der Pflanzen- und Tierwelt auf die reichlichste und mannigfaltigste Art. Aber noch waren starke Naturkräfte am Werk: Unsere Hausberge, die „Südburgenländische Schwelle“, wurden arg durcheinander gerüttelt. Zahlreiche Brüche entstanden. Während der Eisenberg diabasischen Chloritschiefer aufweist, ist der Fidischer Abschnitt zum Großteil aus Serpentin gebildet, während der Hohensteinmaißberg aus Dolomit besteht.

 

In dieser Zeit kamen auch noch die verschiedenen Vulkansbrüche hinzu, die unser Gebiet mit riesigen Aschenregen überschütteten, was insbesonders am Hohensteinmaißberg nachzuweisen ist. Hier entstand auch eine karstartige Landschaft, die von reichlichen Höhlen durchzogen ist. Im Pliozän entstand auch die aus Holz entstandene Lignitkohle, die sowohl in Kohfidisch als auch in Harmisch anzutreffen ist. Hier wurde im vorigen Jahrhundert ein Stollen zum Abbau der Kohle errichtet. Er hat sich aber wegen der Minderwertigkeit der Kohle nicht rentiert und wurde kurze Zeit später wieder zugeschüttet.

 

In dieser Erdperiode entstanden auch die Opalfelsen auf den Tschaterbergen, die in einer speziellen Abhandlung Erwähnung finden.

In der Erdneuzeit traten im ersten Abschnitt, dem Quartät, Eiszeiten auf. Unsere Gegend wurde insofern davon betroffen, da die Schmelzwässer der von Eis und Schnee bedeckten Berge hierher gewaltige Mengen von Schotter, Sand, Lehm und Tegel transportierten, die oft bis zu 100 m hoch sind und vorhanden gewesenen Talsenken ausgefüllt haben. Aber auch die nachfolgenden Fluss- und Bachläufe waren in den folgenden Jahrhunderten fleißig am Werk und haben das heutige Antlitz unserer Landschaft mitgeprägt.

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DIE BESIEDLUNG

 

 

Durch verschiedene Funde von Werkzeug, in erster Linie durch den Landwirt Stefan Holzer, Kohfidisch, ist der Nachweis erbracht, dass hier bereits in der Steinzeit, also vor rund 5000 Jahren, Menschen siedelten. Sowohl unpolierte und nicht durchlochte wie auch polierte und durchlochte, aus Serpentinstein gefertigte Beile, Hämmer, Reibsteine und –platten sowie Schuhleistenkeile, desgleichen Schaber und  Messerklingen aus Feuerstein, weisen darauf hin, dass diese Urmenschen nicht nur Jagd und Fischerei, sondern auch schon Ackerbau in bescheidenem Ausmaße betrieben haben.

 

Es währte nicht lange, als die Menschen Haustiere zu züchten begannen. Schweine, Schafe und Rinder wurden domestiziert. Der Hund und das Pferd wurden gezähmt; sie wurden als Gehilfen bei der Jagd herangezogen.

 

Die ersten Tongefäße wurden gebrannt, vorerst grobkörnig und mit der Hand geformt.

 

Allmählich wurde auch mit dem Spinnen von Fäden aus Tierhaaren und Pflanzenfasern begonnen. Bei dieser Tätigkeit bediente man sich des Spinnwirtels. Es hatte eine flachgedrückte Kugelform mit einem Durchmesser von 3,5 cm und einer Höhe von 2 cm, in der Mitte war ein konisches Loch, in das ein Stab gesteckt und auf dem der Faden aufgespulte wurde. Die Spinnwirtel waren in dieser Zeitperiode noch aus Lehm gebrannt.

 

Nach der Steinzeit kam die Bronzezeit. Sie dauerte etwa von 1700 bis 1400 v. Chr. Nun waren die Waffen, Messer, Speerspitzen, Werkzeuge für den verschiedensten Gebrauch und Schmuck, wie Nadeln, Spangen und Ringe bereits aus Bronze, einer Legierung von Kupfer und Zinn, gefertigt. Welchem Volksstamm dieser Bewohner angehört haben, kann nicht gesagt werden. Erst zu Beginn der Eisenzeit, etwa ab 750 v.Chr. , war unser Gebiet von Illyrers, einem zu den Südslawen zählenden Volksstamm, bewohnt, denen 350 Jahre später die Kelten, ein indoeuropäisches Volk, das aus dem Westen kam, nachfolgten. In diese Zeit fällt ein gewisser Höhepunkt der Eisenverhüttung, Ackerbau und Handel blühten auf. Die Kelten waren nicht nur gute Jäger und Krieger, sondern auch gewiegte Kaufleute. Ein großer keltischer Münzfund im benachbarten Güttenbach deutet darauf hin, dass ein ausgedehnter Handelsverkehr betrieben wurde. Um diese Zeit hat bei uns auch schon der Weinbau begonnen. Knapp nach Beginn unserer Zeitrechnung wurde die römische Provinz Noricum geschaffen; später wurde jedoch unser Landstrich von ihr abgetrennt und der Provinz Pannonien zugeschlagen.

 

Da die Römer nicht nur Soldaten, sondern auch große Kulturträger waren, brachten die folgenden drei Jahrhunderte einen mächtigen Aufschwung in allen Lebensbereichen mit sich. Die Eisenindustrie wurde intensiviert, Straßen gebaut und die Häuser aus festen Baustoffen, insbesonders für die ausgedienten Legionäre, errichtet. Sabaria, das heutige Szombathely (Steinamanger), von uns nur 25 km entfernt, wurde zu einem großen römischen Militär- und Handelplatz ausgebaut.

 

Doch auch die Herrschaft der Römer ging zu Ende. Unter den Schlägen, der von Norden und Osten einströmenden Völkerscharen, brachen die nördlichen Provinzen zusammen. Die Völkerwanderungszeit begann und mit Friedrich v. Schiller könnte man ausrufen: „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die …. Hier zusammen kamen!“ Nun, bisher zählte man ein gutes Dutzend, eine gleiche Zahl soll dann noch bei uns mehr oder weniger „vorbeigeschaut“ haben. Dieses „Vorbeischauen“ war in Wirklichkeit alles andere als ein bloßer Besuch: Sie kamen ungebeten, nomadisierend, raubend, plündernd und sich einnistend. Am längsten blieben noch die Awaren, etwa von 600 – 800 n. Chr., dann setzte die deutsche (karolingische) Besiedlung ein. Jedoch bald dringt ein neues Volk gegen den Westen vor, es sind dies die Magyaren. Auf dem Lechfelde werden sie 995 entscheidend geschlagen und ziehen sich nach Osten, dem heutigen Ungarn zurück. Unser Gebiet wird ihre Westgrenze.

 

Sie befestigen sie mit sogenannten „Gyepüs“, d.h. die Verteidigungslinie wurde mit Wällen und Pfählen, insbesonders aber durch ungangbar gemachte Wälder, Sümpfe und Überschwemmungsgebiet gebildet. Fidisch war eine Grenzwächterstation, daher auch der Name „Gyepü-Füzes“.

 

Durch die Heirat des ungarischen Königs Stephan I. mit der bairischen Herzogstochter Gisela um das Jahr 1000 kamen deutsche Ritter in unser Land und erhielten hier ausgedehnte Grundbesitzungen. Es war das Geschlecht v. Wasserburg, das sich später Grafen v. Ják nannte, sowie die Schwaben v. Ellerbach. Diese Ritter brachten in ihrem Gefolge auch sehr viele Kolonisten mit, die hier Siedlungen gründeten. Allein, der Friede war auch jetzt nicht eingekehrt. Immer wieder flammten Grenzkriege zwischen den Habsburgern und den Ungarn auf, dazwischen bekriegten sich die verschiedenen Adelsfamilien untereinander. Die Reformation griff zu uns über. Die Türken begannen uns zu berennen und brandschatzten die Dörfer. Erst die Schlacht bei Mogersdorf im Jahre 1664 bannte die Türkengefahr. Der Krieg und die Not hatten aber auch diesmal kein Ende. Die Kuruzzen, die Tataren, aber auch die in Ungarn verbliebenen Türken ließen keinen dauernden Frieden aufkommen. Die Grundherren füllten die Verluste der deutschen Bevölkerung mit Kroaten auf, so entstand Harmisch 1680.

 

Erst von der Wende des 17. zum 18. Jahrhundert trat eine spürbare Beruhigung ein, die Bevölkerung konnte an den Auf- und Ausbau ihrer Ländereien und Dörfer schreiten.

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DIE ETYMOLOGISCHE ENTWICKLUNG

 

 

Die sprachwissenschaftliche Untersuchung unserer Ortsnamen deutet darauf hin, dass Kohfidisch und Kirchfidisch ursprünglich nur eine Gemeinde waren. Denn in den Urkunden wird nur ein Ort 1221 mit Fuzes, 1283 mit Füzes und 1297 mit Fyuzes erwähnt. Erst 1496 scheinen die Namen Eghazasfyzes, 1745 Füz und 1773 Kierch Fidisz, 1786 Kirch – Fidisch und Kohfidisch 1496 als Gyepewfyzes, Gyepfuzes, Gyepwsfyzes auf. Desgleichen kommen die Bezeichnungen khofidis sowie Kö-Fidisch (1786) und Khó-Fidisch (1820) vor.

 

Ob zuerst das Wort „Koh“ für das deutsche wort „Kho“ (aus mhd. Gehac „Gehege“) oder das ungarische Wort „Gyepü“, was gleichbedeutend für „Kho“ (Gehag) ist, war, kann nicht gesagt werden. Allerdings zeigt das Wort „Fidisch“ deutlich auf das ungarische Wort „Füzes“ („reich an Weiden“) hin. Der Wechsel von zd in Füzes: Fidisch ist nicht durch Entlehnung, sondern soll bereits innerhalb der Altmagyarischen entstanden sein. Da der Ort durch ungarische Grenzwächter ab 995 mit einem „Gyepü“ geschützt war, ist sowohl das ungarische Gyepü – Füzes wie auch das deutsche Koh – Fidisch völlig zutreffend.

 

Es ist mit großer Sicherheit anzunehmen, dass das ursprüngliche „Fidisch“ in zwei Teile zerfiel (vielleicht durch Erbteilung?) und zur besseren Unterscheidung nannte man das eine Egyházasfüzes = Kirchfidisch und das andere Gyepüfüzes = Kohfidisch.

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DIE TIER- UND PFLANZENWELT

 

 

Es wir niemand verwundern, dass in einer Landschaft wie der unserigen eine Vielfalt von frei lebenden Tieren und ein großartiger Pflanzenreichtum vorhanden ist.

Die beiden Wildarten, Rothirsch und Wildschwein, waren bis zu dem genannten Zeitpunkt aus unseren Wäldern völlig verschwunden. Dies  ist vor allem auf die Befreiung der Bauern von der Leibeigenschaft im Jahre 1848 und auf die Neugestaltung der folgenden Wirtschaftsform zurück zu führen. Die Bauern, im Verein mit einem blühenden Wildererwesen, konnten sich nun an dem Grundherrn insofern rächen, als sie eine wüste Hatz auf alles Getier veranstalteten. Außerdem kam überall die Weidewirtschaft auf. Große Schaf-, Rinder und Schweineherden wurden gehalten und diese meist auf gerodeten Waldflächen oder – wie bei den Schweinen – bei Vorhandensein einer Eichelmast, in die Wälder getrieben. Die die Hirten begleitenden halbwilden Hunde trugen wesentlich zur Verminderung des Wildbestandes bei, was nicht gerissen wurde, wurde in unzugängliche Gebiete verjagt. Nur das Rehwild scheint diese Verfolgungen gut überstanden zu haben, desgleichen Hase, Fuchs, Dachs, Marder und die Hühnervögel.

 

Vielfältig ist die Vogelwelt vertreten. Leider ist seit den Zwanzigerjahren der mächtige Auerhahn verschwunden, hingegen hat der Bestand an Weißstörchen stark zugenommen und sich der Schwarz- oder Waldstorch seit 1975 erstmals hier angesiedelt.

 

Reichhaltig ist in unserem Gebiet auch die Kleinfauna, vor allem an Insekten, wie Käfer und Schmetterlingen, bedingt durch sein angenehmes Klima und der verschiedenartigsten Pflanzen, Blumen und Blüten.

 

Berühmt wurde Kohfidisch in der wissenschaftlichen Welt durch die Entdeckung eines bis zum 28.4.1957 unbekannten Schmetterlinges. Er wurde von DDr. Ladislaus v. Issekutz im Park von Kohfidisch, in Gegenwart des Verfassers, gefangen und erhielt später den wissenschaftlichen Namen Laspeyresia (Kanneliola) kohfidischiana. Er ist relativ klein, seine Größe beträgt 14 mm. Der aus Budapest im Jahre 1956 geflüchtete Entomologe hat hier eine umfangreiche Sammlung von Groß- und Kleinschmetterlingen angelegt, die nach seinem Tod vom Landesmuseum in Eisenstadt angekauft wurde.

 

Die Pflanzenwelt im Raume um Kohfidisch ist äußerst artenreich, was auf die günstigen Boden- und Klimaverhältnisse zurück zu führen ist.

 

Ursprünglich war hier ein reines Eichen-, Hainbuchen-, Birken-, Linden- und Espenvorkommen. Durch die Einbringung von Weißkiefer und Fichte hat sich das Antlitz wesentlich geändert, Laub- und Nadelholz halten sich jetzt ungefähr die Waage. Von den Eichen kommen die Stiel- und Traubeneiche sowie in reichlichem Maße die Zerreiche vor. Rotbuche und Tanne sind wegen des großen Wildverbisses nur in wenigen Fällen hoch zu bringen gewesen.

 

Dichter Unterwuchs ist in Form von Haselgebüschen in Mischwaldbeständen vorhanden; auf trockenen Böden sind Wacholder anzutreffen.

 

Zu den schönsten Blumen von Kohfidisch zählen:

Der Frauenschuh, verschiedene Enziane, die Gelbe Taglilie, die Sibirische Schwert- und die Gelbe Wasserschwertlilie, die Kuhschelle, die Trollblume, der Türkenbund, der Weiße und der Schwarze Germer, die Akelei, verschiedene Knabenkräuter, das Waldvöglein die Waldhyazinthe, der Gelbe Fingerhut und selbstverständlich das herrlich duftende Maiglöckchen.

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DIE NATURHÖHLE VON KOHFIDISCH

 

 

Der bekannte österreichische Höhlenforscher Prof. Dr. Hubert Trimmel hat die Naturhöhle von Kohfidisch am 9.8.1960 begangen und vermessen und darüber einen Bericht an seine vorgesetzte Dienststelle, das Bundesdenkmalamt in Wien, verfasst, dem folgendes entnommen sei:

 

„Die Fidischer Naturhöhle ist eine echte, alte Karsthöhle, die vollständig mit Sedimenten, d.h. Ablagerungen von Schichtgesteinen, ausgefüllt ist und deren Raumentwicklung mit dem Zeitpunkt der völligen Ausfüllung zum Stillstand gekommen ist. Dieser Zeitpunkt trat im Altpliozän, dem jüngsten Abschnitt des Tertiärs, also vor etwa 10 Millionen Jahren, ein, was an Hand der in den Sedimenten enthaltenen Knochen durch Dr. Bachmayer und Dr. Zapfe nachgewiesen wurde. Somit trat hier der Fall ein, dass die Höhle bis auf den heutigen Tag beinahe so erhalten geblieben ist, wie sie zur Zeit der Ausfüllung war. Hierin liegt der eigentliche speläologische Wert der Fidischer Naturhöhe. Dass im Pliozän eine starke Versinterung und eine reiche Anzahl von Tropfsteinen vorhanden waren, kann an den freigelegten Wänden zwar nur von einem Fachmann deutlich abgelesen werden, während im östlichen Teil der südlichen Höhlenwand heute noch eine mächtige Sinterdecke mit einem darüber aufragenden Stalagmiten von mehr als 10 cm Durchmesser sichtbar ist. Nach der Ausfüllung der Höhle mit Sedimenten sind die Höhlenwände jedoch durch das Eindringen von Sickerwasser weiter geformt worden, in erster Linie wurden die vorhandenen Sinterschichten und Tropfsteinbildungen weitgehend zerstört. Darüber hinaus sind aber noch an der Höhlendecke sowie an den Seitenwänden Auskalkungen ausgelaugt worden, die durch bereits vorhandene Klüfte begünstigt worden sind; hingegen sind andere Klüfte durch Kalzite verschlossen worden ….“ Da paläozoischer Kalk an und für sich stark zur Höhlenbildung neigt, ist es nach Ansicht von Dr. Trimmel nicht ausgeschlossen, dass im Untergrund des Hohensteinmaißberges, wie überhaupt der „Südburgenländischen Schwelle“, noch manche Höhlen vorhanden sind. Die Auffindung solcher Höhlen ist aber heute dadurch sehr erschwert, dass im Altpliozän die Höhlen durch Sedimente vollständig ausgefüllt wurden. Da die Hangentwicklung bereits in der jüngeren Sedimentphase erfolgte, ist sie über die Höhleneingänge hinweggegangen, sodass heute in den Steilstufen des Geländes nur durch Zufall Höhlen frei gelegt werden können.

 

Aufgrund des Gutachtens von Dr. Trimmel wurde die Fidischer Naturhöhle zum Naturdenkmal erklärt.

 

Dr. Trimmel wurde auf den Plan gerufen, nachdem die Höhle von mir in Gegenwart des Geologen Dr. Kümel bereits 1954 entdeckt wurde. Die Entdeckung spielte sich folgendermaßen ab:

 

Dr. Kümel suchte auf dem Hohensteinmaßberg, 345 m, südlicher Ausläufer des „Südburgenländischen Schwelle“, einen Fossilien führenden Kalk. Da ich über genaue Ortskenntnisse verfüge, wandte er sich an mich. So zogen wir also auf den mit Wald bedeckten Berg los und während Dr. Kümel den paläozoischen Kalk, Alter etwa 300 Millionen Jahre, untersuchte, zog ich daneben aus einer mit Lehm ausgefüllten Spalte einen Zahn heraus, der nach einer Untersuchung im Naturhistorischen Museum in Wien als ein fossiler Zahn eines Nashornes bestimmt wurde. Die in der Folge durchgeführten Grabungen haben zu sensationellen Ergebnissen geführt. Die Fidischer Naturhöhle ist inzwischen längst berühmt und weltweit in wissenschaftlichen Kreisen bekannt geworden.

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DER SÜSSWASSEROPAL DER TSCHATERBERGE

 

 

Eine überaus große geologische Besonderheit ist das Süßwasseropalvorkommen auf den Tschaterbergen. An die Spitze unserer Betrachtungen stellen wir die „Zusammenfassung“ aus der Broschüre „Der Süßwasseropal der Csatherberge (alte Schreibweise, der Verf.) im Burgenlande. Zur Geologie, Paläobotanik und Geochemie seltener Quellabsätze“ von Dr. Friedrich Kümel, Wien. Sonderdruck aus dem Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Jahrgang 1957, 100. Band, Heft 1.

 

Sie lautet:

 

„Das Kieselgestein der Csatherberge im südlichen Burgenland ist ein Opalfels jungpannonischen Alters.

 

Es ist eine Bildung der Seeküste; sein Stoff wurde von einer längst versiegten Quelle aus dem paläozoischen Serpentin des Untergrundes gelöst und an der Oberfläche abgesetzt.

 

Diese Quelle war vermutlich ein bikarbonathältiger Säuerling, dessen Kohlensäuregehalt an der Oberfläche entwich, wobei die Reaktion von sauer in alkalisch umschlug“.

 

Das größte Vorkommen ist auf dem Hochtschaterberg vorhanden. Es erstreckt sich in einer Länge von rund 700 m. Etwa im Mittelpunkt steht die alte Kapelle. Das zweite Vorkommen ist auf dem Kleintschaterberg, nördlich der oberen Kellerhäuser und das dritte, das kleinste, im „Leitenwald“.

 

Mit Ausnahme des Letzteren sind auf den übrigen Böden Weinstöcke ausgepflanzt. Da die Opalfeld – Decke nicht besonders stark war, wurde sie in den Weinbaurieden im Verlaufe der mehrhundertjährigen Bodenbearbeitung in unterschiedlich große Brocken zerschlagen und an den Waldrändern oder auf den ungenutzten Banketten als Schutt abgelagert. Bei den neueren Kellerbauten wurden mit größeren Stücken in Verbindung mit anderen Bruchsteinen die Mauersockeln errichtet oder zur Verzierung von Stufenaufgängen bzw. als Ziersteine bei der Einrahmung von Blumenrabatten verwendet. Die größten „Brocken“ von Opalit findet man im so genannten Rehgraben, der den Tschaterberg in den Klein- und Hochtschaterberg trennt und ungefähr 60 m tief eingeschnitten ist und in dem Graben, der im Wald den Hochtschaterberg umfließt. Während hier der Opal bereits auf Tegel aufgelagert ist, befindet er sich bei den übrigen Vorkommen mehr oder weniger auf dem hier zum Teil anstehenden Serpentingestein.

 

Über das Aussehen und die Beschaffenheit des Tschaterberges Opals sei im Folgenden wieder Dr. Kümel zitiert: „Die Beschaffenheit wechselt von Handstück zu Handstück. Hinzu kommt, dass fast keine Aufschlüsse vorhanden sind; auf den Feldsteinhaufen aber liegen alle Spielarten in buntem Durcheinander. Häufig ist das Gestein dicht, vollkommen strukturlos, splitterig und muschelig brechend, wachs- bis fettartig glänzend. Selten ist es von rein weißer Farbe…. Häufiger ist der Opalfels infolge seines Eisengehaltes von rötlich- oder grünlichbrauner bis dunkelbrauner, nur selten von rein grüner Farbe. Gar oft ist er geflammt oder gescheckt in verschiedenen braunen, grauen und hellen Tönen mit fast reinem Weiß. Kaum seltener als der dichte ist löcheriger bis poröser Opalit; er verdankt seine Poren nur zum Teil unvollkommen verkieselten Pflanzenresten.“ Für die Wissenschaft außerordentlich interessant sind die im Opal eingeschlossenen Tiere und Pflanzen sowie die versteinerten Hölzer.

 

 An Tieren finden sich die Gehäuse verschiedener kleinerer Schnecken; sie sind nicht leicht bestimmbar, weil sie aus dem glasharten Gestein nur schwer heraus zu arbeiten sind. Dasselbe gilt auch für die Pflanzen, Torf und Blattreste. Hingegen sind viel leichter die Stamm- und Wurzelstücke verschiedener Holzarten zu erkennen, da die Strukturen völlig erhalten sind. Ein besonders schönes Stück ist das von einer Zerreiche. Es ist zwar, wie fast in allen anderen Funden, keine Rinde vorhanden, auch ist der Splint vielfach schon vermorscht gewesen, ehe die Versteinerung einsetzte.

 

Ein ebensolches Stück Zerreiche dürfte auch der weltberühmte Botaniker Charles de L’Escluse, besser bekannt unter seinem lateinischen Namen Carolus Clusius (1525 – 1609), hier Ende des 16. Jahrhunderts gefunden haben, das er „Lithoxylon“ bezeichnete. Er hat darüber in seinem Werk „Rariorum plantarum historia“, welches 1601 in Antwerpen erschien, berichtet. Es ist dies die erste genaue Bestimmung eines versteinerten Holzes in Österreich.

 

                                                                                                                      S. W.

 

Literatur:

„Der Süßwasseropal der Csatherberge“ von Dr. F. Kümel, 1957

„Clusius – Festschrift“, Burgenländische Forschungen, 1973

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DIE FRÜHGESCHICHTLICHE EISENVERHÜTTUNG   

 

 

Die frühgeschichtliche Eisenverhüttung in unserem Raum fand vorwiegend in drei Epochen statt:

 

  1. in der Keltenzeit, etwa 500 v. Chr.
  2. in der Römerzeit, etwa 1. – 4. Jahrh. n. Chr.
  3. im Frühmittelalter, etwa ab dem 5. Jahrh. n. Chr.

Die einzelnen Zeitabschnitte lassen sich nicht nur durch die Art und Größe der Schmelzöfen, sondern auch durch die bei den Verhüttungsplätzen aufgefundenen Arbeitsgeräte, insbesonders aber zeittypischen Tongeschirrbruchstücken, einstufen. Diese drei Altergruppen sind bei uns sicherlich gegeben. Die wiederholten wissenschaftlichen Untersuchungen der Eisenschmelzanlagen, vor allem durch den in der internationalen Fachwelt sehr bekannten Dr. Kasimir Bielenin aus Krakau! Zusammen mit ihm haben ÖR. Josef Polatschek, ein langjähriger Mitarbeiter des Bgld. Landesmuseums aus Oberpullendorf und der Verfasser die verschiedensten Verhüttungsplätze von Kohfidisch und Umgebung aufgesucht und die vorhandenen Schlackenhalden nach Obenbruchstücken, Tondüsen etc. durchsucht und 1969 in Harmisch eine der ältesten Schmelzanlagen ausgegraben.

 

Ein von J. Polatschek und mir im Jahre 1978 im Grenzgraben zwischen Kohfidisch und Badersdorf, im so genannten „Kotezickener Bauernwald“ entdeckter, zu 2/3 erhaltener Schmelzofen, wurde – trotz angebrachter schriftlicher Bitte, ihn unberührt zu lassen – von unbekannter Hand völlig zerschlagen und ging somit für die weitere Forschung endgültig verloren.

 

Dieser Ofen war, wie viele andere, in die Wand einer Bachlaufes eingebaut. Darüber befand sich der Schacht, der aus Lehm gebaut war. In dem unteren Teil wurden Löcher für die Luftzufuhr angebracht. Auf dieses Niveau wurde auch das Erz eingefüllt. Dieses wurde zumeist an Ort und Stelle oder in der näheren Umgebung gewonnen. In der Regel war es das so genannte Rasseneisenerz, das sich hauptsächlich in sandig – lehmigen Bodenschichten in Form von Knollen gebildet hatte. Diese lagen an der Erdoberfläche oder wurden aus trichter- oder grabenförmigen Pingen bzw. Röschen aus dem Boden gegraben, sortiert und geröstet. Sodann kam dieses Roherz in den Rennofen – so lautet der Fachausdruck – wo es unter lebhafter, teils natürlicher, teils künstlicher (mit Hilfe eines Blasbalges) Luftzufuhr durch das unterhalb entfachte Holzkohlenfeuer zum Schmelzen gebracht wurde.

 

Die nicht erzhaltigen Teile flossen in den unteren Abschnitt des Ofens und bildeten die Schlacke. Nach erfolgter Abkühlung wurde der Ofen zum Teil oder zur Gänze zerschlagen und die Eisenmasse – Luppe genannt – heraus genommen. Wenn noch genug Erz vorhanden war, wurde an Ort und Stelle ein neuer Ofen errichtet.

 

Voraussetzung für die Eisenverhüttung war demnach 1. das Vorhandensein von Eisenerzen, 2. von Wäldern zur Gewinnung von Holzkohle und 3. eine entsprechende Geländeform, meist ein schmaler Grabeneinschnitt.

 

Dass diese drei Voraussetzungen nicht nur bei uns, sondern in der näheren und weiteren Umgebung, ja in fast allen Ländern Europas vorhanden waren, beweisen die vielen Verhüttungsplätze, die heute noch durch die Schlackenhalden, wenn sie nicht gerade von der Landbevölkerung aus ihren Äckern total entfernt oder zum Wegebau verwendet wurden, allenthalben anzutreffen sind. Diese Eisenschlacken, im Volksmund Zundersteine oder auch Zinter genannt, treten in mannigfacher Form und Größe auf. Sie sind in der Regel schwarz, falls aber nicht alles Eisen heraus geschmolzen wurde und sodann oxydierte, braun, glashart aber auch porös; vielfach sind Holzkohlestückchen abgeprägt.

 

In die Löcher des Ofenmantels wurden konische Tondüsen (Länge etwa 10 cm, Durchmesser etwa 4 cm) gesteckt, durch die die Luft auf natürliche Weise hinein strömte oder wie schon gesagt, mit dem Blasbalg in den Ofenschacht gepumpt wurde, um das Holzkohlenfeuer auf möglichst hohe Temperaturen zu bringen.

 

Das bei jedem Schmelzvorgang gewonnene Eisen wurde gesammelt und zu eigenen Schmieden gebracht, wo es teils verarbeitet, teils als Roheisen in den Handel weiter geleitet wurde.

 

Der Schmelzvorgang dauerte etwa 20 Stunden; die Ausbeute betrug bei einem Ofen von rund 45 cm Durchmesser 15 – 20 kg Eisen. Neben wir als untere Grenze 15 kg Eisen zu 100 kg Schlacke an, so kann ermessen werden, dass angesichts der großen Schlackenhalden, hier eine für die damaligen Verhältnisse große Eisenindustrie vorhanden war.

 

                                                                                                                      S. W.

Literatur:

 

Asvármegyei régeszeti egylet évkönyve, 1875 und 1876

Dr. Barb: Spuren alter Eisengewinnung im heutigen Burgenland, Wien, 1937

Dr. H. Schmid: Die Tonlagerstätten ….. Eisenstadt 1975

Dr. H. Schmid: Die montangeologischen Voraussetzungen des ur- und frühgeschichtlichen Hüttenwesens ….. Eisenstadt, 1977

Dr. a. Ohrenberger/ Dr. K. Bielenin: Ur- u. frühgeschichtliche Eisenverhüttung, Eisenstadt, 1969

Dr. K. Kaus: Eisengewinnung und –verarbeitung, Wien, 1981

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DIE KALKBRENNEREI

 

 

Als im Jahre 1950 der Landwirt Franz Deutsch aus Kirchfidisch 102 den letzten Kalkbrand beim Erdödy’schen Steinbruch in Kirchfidisch löschte, war damit in unserem Raum eine rund zweieinhalbtausendjährige Betriebsparte abgeschlossen worden. Nach Kriegsende, als für die Behebung von Gebäudeschäden ein großer Bedarf an Kalk bestand, wurden anstelle der von den Russen abgetragenen Kalköfen zwei neue aufgebaut. Franz Deutsch, der Alterfahrene, der bis gegen Ende der Dreißigerjahre hier Kalk gebrannt hatte, war es, der einsprang, um für die Gutsverwaltung und die Umgebung wieder zu brennen. Er setzte die Tradition seiner und anderer Bewohner Vorfahren, die bis in die frühgeschichtliche Zeit zurück reichte, fort und schloss sie ab.

 

Dass die Kalkbrennerei hier schon in uralter Zeit betrieben worden ist, kann aus den mit Mörtelputz versehenen Grabkammern in frühgeschichtlichen Hügelgräbern von Kirchfidisch und Umgebung geschlossen werden.

 

Die erste größere und wahrscheinlich umfangreichste Brennerei bestand bis vor rund 50 Jahren auf dem Hohensteinmaißberg – der in Wirklichkeit „Hohler-Stein-Maißberg“ heißen sollte; denn so wurde er früher von der Bevölkerung genannt und auch so in den alten Landkarten eingetragen. Hier können mindestens fünf Ofenplätze nachgewiesen werden.

 

In einer romantisch – überschwänglichen Beschreibung der Erdödy’schen Gutsherrschaft heißt u.a.: „Ein besonderes Benefiz ist der blaue Marmorbruch, welcher zum Kalkbrennen verwendet wird und den besten, schönsten Kalk liefert. Welche große Quantitäten des weißesten und reinsten Kalkes hat diese Kalkbrennerey schon zu den großen Bauführungen dieser Herrschaft gegeben; es wurde aber auch viel von diesem Kalke verkauft. Zum Bau des Comitats – Hauses in Steinamanger im Jahre 1820 ließ der Graf 1000 Metzen Kalk als ein patriotisches Offert verabfolgen. Der Marmorberg ist von solcher Ergiebigkeit, dass diese Kalkbrennerey noch für die Nachkommen eine Quelle des Nutzens sein wird.“

 

Eine weitere Kalkbrennerei war in Kohfidisch am rechten Eingang zum Georghof. Durch die Größe der Abbaufläche kann auf einen vieljährigen Betrieb geschlossen werden. Die kroatischen Einwohner von Harmisch dürften sich schon frühzeitig nach ihrer Ansiedlung im Jahre 1680 vornehmlich mit der Kalk- und Holzkohlenbrennerei beschäftigt haben, da die Landwirtschaft völlig vernachlässigt wurde. In dem „Lexikon von Ungarn“ aus dem Jahre 1786 heißt es bezüglich Harmisch: „Die Einwohner nähren sich meist von Kalkbrennen, den sie häufig nach Stein am Anger, Körmend und Rechnitz verführen“.

 

Da der Kalkstein bei dem Harmischer „Alten Steinbruch“ völlig abgebaut wurde, erlosch hier in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Kalkbrennerei.

 

Aus Unterlagen und Überlieferung weiß man, dass die Harmischer Kalbrenner ihren Kalk in östlich und die Kirchfidischer in westlich gelegene Gemeinde verkauften.

 

                                                                                                                      S. W.

Literatur:

 

Kunits von, Michael, k.k. pens. Professor, Topographische Beschreibungen des Königreiches Ungarn und seiner einverleibten Provinzen, Pesth. 1824.

Korabinsky, Johann Matthias, Georgraphisch – Historisches Produkten Lexikon von Ungarn, Pressburg. 1786.

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DIE KOHLENBRENNER

 

 

Bis zum Erlöschen der letzten Holzkohlenmeiler Ende der Zanzigerjahre konnten die Köhler auf eine gut zweieinhalbtausend Jahre alte Tradition zurück blicken. Denn spätestens zu Beginn der Eisenzeit in unserem Raume um 500 v. Chr. Begannen die Meiler zu rauchen. Die Holzkohle wurde nicht nur bei der früh geschichtlichen Eisengewinnung benötigt, sondern war auch beim Schmieden des Roheisens und bei der Herstellung von Waffen und Werkzeugen unentbehrlich. Erst mit dem Rückgang der Nachfrage, bedingt durch die Modernisierung des Schmiedehandwerkes vor etwa 50 Jahren, war das Kohlenbrennen unrentabel geworden. Die letzten Köhler waren in Harmisch anzutreffen. Die Zigeunerfamilie Sàrközi brannte für die Gutsverwaltung in Kohfidsch und die Landwirte Stefan Bugnits und Michael Loipersbeck für Schmiedemeister der näheren Umgebung.

 

Mit dem Erlöschen des letzten Meilers war auch eine eindrucksvolle Romantik in unseren Wäldern zu Ende gegangen.

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                                                                                                                 S. W.

 

 

DIE HÜGELGRÄBER

 

 

Die auf dem Fidischer Gebiet vorhandenen frühgeschichtlichen Hügelgräber wurden bis zum heutigen Tag nicht kartiert, sodass ihre genaue Anzahl sowie ihre Lage zu einander in keiner Übersicht aufscheint. Tatsache ist, dass im Bereich der Großgemeinde Kohfidisch, somit auch in den Ortsteilen Kirchfidisch, Badersdorf und Harmisch, zahlreiche Hügelgräber vorhanden sind. Sie sind zum allergrößten Teil schon vor langer Zeit von der Seite oder von oben her angegraben und völlig durchwühlt bzw. eingeebnet worden. In der Regel leider von Leuten, die von der Materie nicht verstanden, die sich nur den Fund eines Goldschatzes oder gar das Grab des Hunnenkönigs Attila erhofft hatten. Das letztere hat dazu geführt, dass  im Volksmund diese Grabhügel fälschlich als Hunnengräber bezeichnet werden. Das Wort „Hunne“ wird zwar von „Hühne“ – ein starker, breitschulteriger Mann – abgeleitet. In Wirklichkeit handelt es sich bei den frühgeschichtlichen Grabhügeln um eine Bestattungsart, die weltweit verbreitet war und bei uns im 2. Jahrhundert n. Chr. Endet, also lange bevor  die Hunnen hier einbrachen. Die Toten wurden verbrannt und die Asche in einer Urne aus Keramik oder Glas, der noch allerhand Gefäße und Gebrauchs- und Ziergegenstände beigelegt wurden, entweder in einem einfachen Grab oder in dem sich ein Kasten aus Steinen befand, beigesetzt. Darüber wurde dann ein Grabhügel in unterschiedlicher Größe aufgeschüttet. Dass die Größe und Ausstattung des Hügelgrabes von der sozialen Stellung und dem Rang des Verstorbenen abhing, kann mit Sicherheit angenommen werden. Dagegen kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich bei dem Bestatteten um einen Illyrer, Kelten, Germanen oder Römer gehandelt hat, da sich um die Zeitenwende vielerlei Nationen in unserem Raum aufgehalten haben.

 

Zwei Hügelgräber, auch Tumuli (Tumulus) genannt, wurden im Walde von Kirchfidisch im Jahre 1928 von Mitarbeitern des Bgld. Landesmuseums mit Zustimmung der Grundbesitzer, der Gutsherrin Johanna Gräfin Pálffy – Erdödy, Kohfidisch und dem Landwirt Josef Wölfer, Kirchfidisch Nr. 47, fachmännisch geöffnet und die eingesammelten Fundstücke dem Landesmuseum in Eisenstadt übergeben.

 

Bei dem ersterwähnten Hügel war die gemauerte Grabkammer mit einem Mörtelputz versehen, die reichlich mit farbigen, figuralen Bildern (Frauen) und Blättern verziert war. Dieser Verputz wurde zusammen gefügt und wird zur Zeit im Landschaftsmuseum Stegersbach aufbewahrt.

 

Als Grabbeigaben wurden in beiden Gräbern eine Anzahl von zum Teil noch ganz erhaltenen Tongefäßen, ein Spinnwirtel, Spangen und verkohlte Knochen gefunden.

 

Diese beiden Hügelgräber stammten aus der Römerzeit und dürften im 2. Jahrhundert nach Chr. Errichtet worden sein.

 

                                                                                                                      S. W.

 

Literatur:

Dr. A.a. Barb, Bgld. Heimatblätter, Eisenstadt, 1960

Dr. Josef Loiberbeck, Volk und Heimat, 1954, 1964

Dr. Alfred Schmeller, Das Burgenland, 1965

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DIE ADELIGE FAMILIE ERDÖDY

 

 

Im Jahre 1496 erwarb der Kardinal und Patriarch von Konstantinopel, Fürstprimas von Ungarn und Oberkanzler des Königs, Graf Thomas Bakocz (1445 – 1521), von Johann v. Ellerbach die Herrschaft Eberau mit mehreren Burgen, Märkten und 26 Dörfern sowie Anteile an 22 Dörfern. Dazu kam noch der im Raume der Herrschaft Rotenturm gelegene Besitz des Georg Baumkircher und deren Nichte.

 

Dieser Riesenbesitz wurde dem Fürstprimas im Jahr 1500 einverleibt. Er übergab ihn aber sogleich seinem Neffen, der sich Peter I. Erdödy von Monyòrokerèk nannte. Erdödy leitete er von seinem Heimatort Erdöd ab, dieser liegt im ehemaligen ostungarischen Komitat Szatmár, gehört heute aber zu Rumänien und heißt Ardud. Der Beiname Monyórokerék ist der ungarische Name für Eberau.

 

Peter I. war bestrebt, seinen Besitz zu festigen und zu vermehren, wozu ihm die Feldzüge gegen die Türken reichlich Gelegenheit gaben. Aus der unglücklichen Schlacht von Mohács konnte er nur knapp mit seinem Bruder, dem Bischof Simon, entrinnen, während zwei seiner Brüder fielen.

 

Der Sohn Peter II. war ein großer Kämpfer gegen die Osmanen. Er geriet aber auch mit seinem Vater wegen dessen zweiten Heirat in Streit, was zur Folge hatte, dass dieser nach Venedig zog. Hier wurde er mit großen Ehren empfangen. Der Doge verlieh ihm den Titel „Nobile von Venedig“, der heute noch aufrecht ist.

 

Peter II. „klopfte“ nicht nur die Türken, sondern focht auch mit einer großen Reitertruppe 1547 im „Schmalkaldischen Krieg“ und half den Sieg für den Kaiser zu erringen. Daraufhin wurde er mit Ehrungen und Auszeichnungen geradezu überschüttet. Kaiser Maximilian erhob ihn in den Reichgrafenstand, außerdem durften sich die Erdödy’s neben v. Monyòrokerèk noch v. Monoszlò nennen. Monoszlò war ein ausgedehnter Besitz in Kroatien. Er bestand aus 83 Ortschaften, die 60 – 70 km südöstlich von Agram lagen. Auch hier waren etliche Burgen und Schlösser vorhanden. Aus dieser Gegend wurden Soldaten gegen die Türken rekrutiert.

 

1566 wurde Peter II. sogar die Würde eines Reichsfürsten verliehen, doch konnte der Titel nicht mehr bestätigt werden, weil er vorher starb.

Peter II. schloss mit seinem Kampfgefährten, dem schlauen und ehrgeizigen Grafen Nikolaus Zrinyi einen Vertrag, wonach die Besitztümer der Erdödy in Ungarn gegen die des Zrinyi in Kroatien getauscht werden sollten. Tatsächlich übernahmen die Erben Zrinyis, der bei einem Ausfall aus der von Türken belagerten Burg Szigetvár gefangen und enthauptet wurde, die Erdödy’schen Besitzungen. Erst Graf Thomas, der Enkel von Peter II., gewann 1613 den Prozess gegen die Zrinyis, als er – ein vormals radikaler Protestant – wieder zum katholischen Glauben zurückgekehrt war. Die Erdödy waren nach fast 50 Jahren wieder uneingeschränkte Besitzer ihrer großen Güter.

 

Kaiser Rudolf II. ehrte 1580 Thomas und Peter III. mit einer Wappenerweiterung, die bis zum heutigen Tag unverändert blieb.

 

Ein geschickter Schachzug gelang Gf. Georg Erdödy durch die Eheschließung mit der Witwe seines Vetters, des 1735 in der freiwilligen Verbannung in der Türkei verstorbenen siebenbürgischen Freiheitshelden Fürst II. Rákoczi. Sie brachte große Ländereien ein und führte zur Gründung einer neuen Linie.

 

Die Grafen Erdödy waren von jeher typische Landadelige, die im ehemaligen Großungarn ihre ausgedehnten Güter bewirtschafteten. Aufgrund ihres Vermögens und dem beständigen Treueverhältnis zu den Habsburgern, hatten viele von ihnen hohe kaiserliche – politische – Ämter inne. Etliche waren Banus, also Stellvertreter des Königs, Obergespanne, Kämmerer usw. Auch große Feldherren und Krieger stellten sie, etliche blieben auf den Schlachtfeldern.

 

Viele geistliche Würdenträger findet man in ihren Reihen und dass sie die Kunst und Wissenschaft gefördert und ihre Burgen und Schlösser prunkvoll ausgestaltet haben, ist selbstverständlich. Sie verschlossen sich keineswegs der Ende des 17. Jh. Einsetzenden und das ganze 18. Jh. Andauernden Aufklärung und öffneten auch der Zeit des Neuhumanismus, der Romantik und dem Liberalismus ihr Herz.

 

Von der Fidischer Linie lebt nur mehr Johanna Gräfin Pálffy – Daun. Sie ist Ehrenbürgerin – die bis jetzt einzige in Kohfidisch – und Ehrenringträgerin der Gemeinde Kohfidisch. Erbe und Verwalter ihres Gutes ist ihr Adoptivsohn, Dipl.Ing. Alexander Frhr. V. Kottwitz – Erdödy. Er ist mit der Urenkelin Kaiser Franz Josefph I., der Erzherzogin Maria v. Habsburg – Lothringen, verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

 

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DAS SCHLOSS ERDÖDY VON KOHFIDISCH

 

 

Der mächtige Bau, der auf einer erhöhten Bodenterrasse steht, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. Auf den Resten einer bisher nicht völlig identifizierten mittelalterlichen Burg, von der aber zumindest der untere Teil eines Turmes stammt, errichtet. Zwei ungleiche Flügel umschließen den rechteckigen Ehrenhof. Der Haupttrakt, der den ebenerdigen Flügelbau aus dem 16. und den um die Mitte des 17. Jh. Errichteten westlichen Trakt verbindet, wurde Ende des 18. Jh. Aufgebaut. Als Baumeister wird der vielfach auch in Pressburg tätig gewesene Hillebrandt, ein Nachfolger des jüngeren Fischer v. Erlach, angenommen. Der Ausbau entspricht der in der Renaissancezeit üblichen Form und wurde um das Jahr 1820 mit einem schönen großen Park umgeben. Das Schloss wurde in der Folge hauptsächlich als Sommersitz für die zahlreichen Mitglieder der Familie und ihrer Freunde verwendet.

 

Im Kriegsjahr 1945 wurde das Schloss, in dem u. a. Ein Regimentsstab untergebracht war, wiederholt von der Roten Armee gestürmt und durch Artillerietreffer beschädigt. Im Verlauf der Kampfhandlungen sowie in der folgenden Besatzungszeit wurde es restlos ausgeplündert. Das Dach und die Kamine wurden instand gesetzt, sodass für absehbare Zeit der gute Bauzustand gesichert ist.

 

Zum Schloss Kohfidisch gehört ein geschlossener, gepflegter und durch reichlich vorhandene Wege gut aufgeschlossener Waldbestand von 1700 ha.

 

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DAS WEINGEBIRGE

 

 

Zu den reizvollsten Landschaften des Burgenlandes zählt unbestritten das Weinbaugebiet von Kohfidisch – der Tschaterberg.

 

Er liegt inmitten der „Südburgenländischen Schwelle“, eines Höhenzuges, der von Nord nach Süd verläuft. Er ist der kleine Bruder des Eisenberges und ist von ihm durch bewaldete Gräben und Täler getrennt. Aber nicht nur nach Nord, sondern auch nach allen anderen Himmelsrichtungen hin ist er von rauschenden Hochwäldern umgeben – eingebettet wie eine liebliche Insel in einem fast unüberschaubaren Wäldermeer.

 

Ein gut ausgebauter, asphaltierter Güterweg führt von Kohfidisch durch einen schönen Weißkieferbestand zum zwei Kilometer entfernten Taschaterberg. Gleich, wenn man aus dem Wald kommt, sieht man sie liegen, die Weingärten vom Kleintschaterberg mit ihren verträumten und gepflegten Kellerhäusern.

 

Nimmt man den „oberen“ Weg, so erreicht man bald eine kleine Kuppe, von der ein herrlicher Ausblick über die weiten Wälder – in das Tal der Rodling mit dem großen St. Georgs – Fischteich und dahinter in das Gebiet des Pinkabodens – genossen werden kann.

 

Keller reiht sich an Keller, dazwischen hangauf und hangab die Weingärten und viele Kirsch-, Äpfel-, Birn- und Nussbäume. In den Weingärten verstreut stehen Pfirsichbäume, die im Herbst die köstlichen Weingartenpfirsiche liefern.

 

Am Ende dieser Gasse stehen links „knusprige“ Kellerhäuser, während sich rechts der „herrschaftliche“ Weingarten, eine mehrere Hektar große Hochkultur, ausbreitet. Gleichzeitig sind wir am Rand eines tiefen Taleinschnittes, dem Reh-, auch Rech- oder Rechtgraben genannt, angelangt. Sein Südosthang ist gleichfalls mit Reben bepflanzt.

 

Wir müssen hier umkehren. Bevor wir den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, biegen wir nach links ab. An sauberen Kellerhäusern vorbei kommen wir zu einer Kapelle und kurz danach zu einer mehr als hundert Jahre alten hölzernen Weinpresse. Ein Strohdach schützt sie vor Regen und Schnee. Gleich danach beginnen die „Berghäuser“, ein kleiner Weiler. Hier ist auch das einzige Gasthaus, dessen Wirt seine Gäste nicht nur mit guten Eigenbauweinen, sondern auch mit kräftiger Hausmannskost und mit einer Herberge versorgen kann. Übrigens war sein Großvater – Franz Gröller hat er geheißen – ein interessanter Bauer, der 25 Fußwallfahrten nach Mariazell unternahm, hin und zurück – innerhalb einer Woche – gut 200 km. Zwei Tage Aufenthalt bei dem größten österreichischen Marienheiligtum, dann ging es wieder heim.

 

Auf der kurvenreichen Straße kommt man beim untersten Keller des Kleintschaterberges vorbei. Hier mündet eine Privatstraße, die in den Georgshof, einem ehemaligen Meierhof führt. Hier war einst eine bedeutende Siedlung, die aber in den Türkenkriegen und durch die Pest vernichtet wurde. Die restlichen Bewohner flohen rund 20 km westwärts, wo sie dann die Ortschaft Neuhaus in der Wart gründeten.

 

Uns aber führt die Straße nach diesem kurzen historischen Abstecher weiter. Nach der Brücke, die das kleine Bächlein im Rehgraben überquert, beginnt der Hochtschaterberg. Zur rechten Hand  begleitet uns ein schöner Wald, in dem der Hof des Landwirtes  Csecsinovits eingebettet liegt; er ist am weitesten von der Gemeinde entfernt. Links liegen hangaufwärts die Keller und Weingärten, die den Berg halbkreisförmig umschließen.

 

Auf dem höchsten Punkt der Weinriede steht eine alte Kapelle. Zu ihr müssen wir zu Fuß hin. Am Beginn des Weges steht ein Bildstock; hier soll einst eine Kreuzwegstation begonnen haben. Die Bildstöcke existieren aber schon längst nicht mehr.

Von der Kapelle hat man einen großen Ausblick. Links sieht man den oberen Teil des Eisenberges, rechts im Hintergrund liegt Ungarn.

 

Die Weingärten des Tschaterberges bedecken eine Fläche von rund 40 ha. Ihre Besitzer kommen aus allen vier Ortsteilen von Kohfidisch und aus dem Nachbarort Kotezicken.

 

Um eine Verhüttelung und somit Verschandelung dieses entzückenden Gebirges hintanzuhalten, wurde der Tschaterberg von der Burgenländischen Landesregierung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es dürfen in Zukunft Bauten nur nach Erfüllung strenger Auflagen durchgeführt werden.

 

Es kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass hier Weinbau schon über 2000 Jahre betrieben wird – lange bevor die Römer noch unser Land eroberten. War früher die Stockkultur allgemein üblich, so findet man heute fast zur Gänze nur noch Hoch- und Drahtkulturen. Vor rund 80 Jahren wurden auch bei uns die Weinstöcke von der Reblaus total vernichtet. Erst als man neue Methoden gefunden hatte, wurde mit der Auspflanzung von Edelsorten begonnen; die Selbstträger, wie Othello und Noah, verschwanden restlos schon vor längerer Zeit. Die Weißweine (Riesling, Neuburger, Müller – Thurgau, Veltliner) sind sehr fruchtig und spritzig, der Rotwein (Blaufränkisch und Zweigelt) ist blumig und mild, er gedeiht infolge der Waldnähe besonders gut. Alle Sorten sind weit über unsere Landesgrenzen hinweg bekannt und geschätzt.

 

Sorgte vor mehr als hundert Jahre der Bergrichter mit seinen sechs Geschworenen für die Einhaltung einer strengen Bergordnung, so herrscht heute eher eine Freizügigkeit. Das hat dafür einen gewissen Vorteil: die Weinbauern sind ihre eigenen Herren!

 

Niemand kann sagen, wie viele Kellerhäuser auf dem Taschaterberg stehen. Sie wurden wahrscheinlich noch nie gezählt; schätzungsweise sind es mehr als 150.

 

Mit Ausnahme der Erdödyschen Gutsverwaltung, die ihren Wein im alten – hervorragend temperierten – Schlosskeller lagert, haben alle übrigen Besitzer ihren Wein in den „Bergkellern“ liegen.

 

Es ist schon eine Freude zu sehen, welche Liebe und Sorgfalt die Weinbauern bei der Arbeit, die oft auch schwer ist, aufwenden und mit welchem Genuss und innerer Zufriedenheit sie ihr Gläschen trinken. Mag der Wein auch manches Jahr – wenn es zu trocken, zu nass oder zu kalt war – herb und resch sein, was Gott sei Dank! – selten vorkommt, es ist halt „sein“ Wein und er ist stolz darauf und freut sich, wenn er einem gern gesehenen Gast „a guits Glasl“ davon einschenken kann. Dann bricht auch des Öfteren leicht die alte ui-Mundart durch.

 

Tschaterberg, alte Schreibweise Csatherberg, woher mag der Name stammen? Vielleicht von dem ungarischen Wort „csarda“ = Wirtshaus, Schenke oder „csata“ = Schlacht, was auch nicht ganz auszuschließen ist, denn neben wirklich heißen Schlachten, zuletzt im Jahre 1945, sind sicherlich in den vergangenen jahrhunderten viele beschwingte Wein – Schlachten geschlagen worden!

 

Kommen Sie, Sie sind herzlich eingeladen, egal wann, denn hier ist es immer schön: Im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht; im Sommer, wenn die heiße Sonne hernieder lacht; im Herbst, wenn die Trauben reifen und die Blätter an den Reben und Bäumen mit den buntesten Farben prahlen oder im Winter, wenn die Erde schneebedeckt und kalt, aber in der Kellerstube das Feuer im Ofen knistert und der alte oder schon der neue Wein in den Gläsern funkelt und glüht.

Möge sich bei Ihnen der Spruch bewahrheiten: „Wer einmal auf dem Tschaterberg war, kommt sicher wieder!“

 

Den Ausflug auf den Tschaterberg wollen wir aber mit einem Lied beschließen, das der unvergessliche Oberlehrer Ludwig Beidl, selbst in seiner Freizeit hier als begeisterter und fortschrittlicher Weinbauer wirkend, geschrieben und komponiert hat:

 

„Am Tschaterberg, am Tschaterberg do wochst a guiter Wein,

do trink’n ma die Glaserln aus und schenk’s wieda ein.

Ma plaudert fröhli, locht und singt,

wer sull sih do nit g’freun,

ma isst und trinkt und denkt dabei,

sou sull es imma sein!“

 

                                                                                                          S. W.

 

Siehe dazu ergänzend Anhang „Der Tschaterberg“ (Informationen und wunderschöne Gedanken von Oberschulrat und Volksschuldirektor Rehling Johann

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DIE KAPELLEN AM TSCHATERBERG

 

DIE WALDKAPELLE IM „PRATER“ steht auf einem schönen Plätzchen des Herrschaftswaldes im Kohfidischer Hotter. Das Erbauungsjahr ist nicht genau bekannt (um 1840 bis 1850). In der Kapelle befindet sich eine alte Grabsteinplatte für Claus und Anna Ursenpach aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. Im Vordergrund rechts von der Waldkapelle befindet sich das Grab des Grafen Georg Erdödy, des letzten männlichen Sprosses der Erdödyschen Linie von Kohfidisch. Er wurde hier seinem Wunsch entsprechend begraben (1925). Seit 1936 ruht auch die zweite Frau des Grafen (geborene Scott aus England) in der Gruft Georg Erdödys. Im Vordergrund links von der Kapelle befindet sich das Grab der ersten Gemahlin des Grafen Georg Erdödy, Charlotte, geb. Baltazzi, sowie der 1937 verstorbenen Tochter Gräfin Franziska.

 

DIE KAPELLE AUF DEM KLEINTSCHATER  wurde vom Maurer Franz Kehrbacher, Kohfidisch Nr. 102, im Jahre 1929 auf Grund eines Gelübdes nach dem Plan des Pfarrers Josef Seyfried erbaut. Den Glockenstuhl ließ die Gemeinde Kohfidisch herstellen. Gräfin Johanna Pálffy – Erdödy ist Patronatsherrin und sorgt für die Erhaltung der Kapelle. Ihr Adoptivsohn, Dipl.Ing. Alexander Kottwitz – Erdödy, ließ diese Dreifaltigkeitskapelle im Frühjahr 1978 restaurieren.

 

Zur Kapelle zieht alljährlich am Pfingstmontag die Prozession von der Pfarrkirche aus, hier wird dann eine Messe gelesen und die Bergweihe (Segnung der Weingärten) vorgenommen. Der Pfingstsonntag wird von den Leuten als „Bergkirtag“ gefeiert.

 

 

DIE MARIENKAPELLE AUF DEM HOCHTSCHATERBERG steht auf dem höchsten Punkt dieser Erhebung. Die Kapelle ist sehr alt und stammt zusammen mit der Madonna aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Hier endet die alljährliche Bergprozession am Pfingstmontag. An klaren Tagen hat man von hier aus einen schönen Fernblick hinüber zum Eisenberg und weit hinaus nach Ungarn.

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MARKTRECHT FÜR KOHFIDISCH (GYEPÜ-FÜZES) 1793

 

Verleihungsurkunde aus dem Jahr 1793

 

Siehe Anhang Verleihungsurkunde aus dem Jahre 1793 und Stampiglie !

 

Kaiser Franz II. verlieh der Gemeinde Gyepü-Füzes (Kohfidisch) auf Antrag des Grafen Ludwig Erdödy aus Kohfidisch am 12. Dezember 1793 das Marktrecht und setzte folgende Markttage fest:

 

  1. Am Tage der Auffindung des Kreuzes (3. Mai)
  2. Am Montag nach dem Sonntag der Hl. Dreifaltigkeit
  3. Am Fest Maria Heimsuchung (2. Juli)
  4. Am Festtag des Hl. Ludwig (25. August)

 

An den genannten Tagen durften auch Viehmärkte abgehalten werden.

 

Sollte einer der genannten Markttage auf einen Sonntag oder einen Feiertag fallen, so müsste der Markt vorverlegt oder auf den nächsten Werktag verschoben werden.

 

Mit der Verkündung der Urkunde wurde Fürst Karl Pálffy aus Pressburg betraut.

 

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